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Sumpfohreule – Lautlose Jäger


Naturfotos auch am Tag.

Für den Naturfotografen ist die Sumpfohreule ein dankbares Motiv. Die dämmerungsaktive ca. 35-40 cm große Sumpfohreule die insbesondere zur Brutzeit auch tagaktiv ist, ergeben sich hier Möglichkeiten sie bei der Jagd zu fotografieren. Mit ihrer dunkelbraun gefleckten Oberseite, der hellen und gestreiften Unterseite, den gelben Augen mit dunkler Umrandung und einer Flügelspannweite von 105 cm lässt sie das Herz eines Naturfotografen höher schlagen. Sie ist eine Eule der offenen Feuchtlandschaft. Das Verbreitungsgebiet der Sumpfohreule in Europa erstreckt sich von Russland über Skandinavien, Mitteleuropa, Großbritannien bis nach Island. In Mitteleuropa ist die Sumpfohreule allerdings leider sehr selten geworden. Nur noch in den Niederlanden kann man diese wunderschöne Eule noch relativ häufig antreffen. In Deutschland wurde 2005 die Zahl der Brutpaare auf 70 bis 170 geschätzt. Sie ist ein Suchflug-Jäger im Gegenwind, und so konnten wir sie bei ihrer Jagd nach kleinen Säugern gut beobachten. Die Hauptbeute der Sumpfohreule sind Wühlmäuse. Je nach Angebot zählen auch andere Kleinnager und Kleinvögel zu ihrem Nahrungsprogramm. Unsere Fotos der Sumpfohreule sind für uns persönlich besonders wertvoll.


Allgemeine Beschreibung Sumpfohreule:

Mit einer Größe von 35 - 40 cm und einer Spannweite von 95 - 105 cm ist die Sumpfohreule in Größe und Gestalt der Waldohreule ähnlich. Sie hat aber die viel kürzeren Federohren, und die Unterseite ist heller. Das Bauchgefieder der Sumpfohreule ist gelblichweiß mit dunkelbraunen Längsstrichen. Die Oberseite ist lehmfarben mit einem dunklen Fleckenmuster. In dem hellen Gesichtsschleier sind die Augen mit ihrer gelben Iris dunkel umrandet. Die kleinen Federohren werden nur bei Erregung aufgestellt und sind daher selten zu sehen. Der Flug der Sumpfohreule ist ähnlich dem der Weihen schaukelnd und gleitend. Gelegentlich rüttelt sie auch. Sie jagt regelmäßig auch am Tag. Die Ruhepausen verbringt die Sumpfohreule in Deckung, bevorzugt am Boden wo sie dann schwer zu entdecken ist.


Fortpflanzung:

Die Sumpfohreule ist ein Bodenbrüter. Sie brütet in offenem Gelände mit niedriger, aber dichter Vegetation, vor allem in Mooren und Verlandungszonen. In einer Mulde am Erdboden baut sie ein Nest aus trockenen Halmen. Nach der Balz im März werden im April/Mai in Abhängigkeit vom Nahrungsangebot 4 - 10 Eier gelegt. Das Weibchen brütet 26 - 29 Tage die Eier alleine aus, während das Männchen für Nahrung sorgt. Bereits mit 15 - 17 Tagen verlassen die Jungen das Nest und zerstreuen sich in der deckungsreichen Umgebung. Die jungen Sumpfohreulen  werden dann noch einige Wochen von beiden Eltern versorgt. Mit 4 - 5 Wochen können sie fliegen.


Nahrung:
Die Sumpfohreule ernährt sich vorwiegend von Wühlmäusen. In Jahren wo es nicht genug Mäuse gibt  jagt sie aber auch andere Kleinnager und Vögel. Im niedrigen Suchflug fliegt die Eule eine Zeitlang gegen den Wind, und lässt sich dann vom Wind zum Ausgangspunkt zurücktragen. Dieses wird einige Male wiederholt um das Gelände systematisch nach Beute abzusuchen. Zwischen den Jagdflügen rastet sie häufig auf Pfählen oder einer Bodenerhebung.


Lebensraum:

Die Sumpfohreule bevorzugt als Lebensräume offene, auch feuchte Landschaften mit niedriger und gleichzeitig deckungsreicher Bodenvegetation. Sie bevorzugt als Lebensräume offene Landschaften wie Hoch- und Niedermoore, Heidelandschaften, Auenlandschaften, Flussniederungen, Feuchtwiesen, Verlandungszonen, Brachen und Dünen. Geschlossene Wälder werden komplett gemieden. In Mitteleuropa ist die Sumpfohreule oftmals auch auf landwirtschaftlichen Flächen und auf Weideland zu beobachten. In den Winterquartieren sind Sumpfohreulen auch auf strukturreichen und großflächigen Grünlandgebieten und Rieselfeldern wie beispielsweise die in Münster anzutreffen.


Vorkommen:

Die Sumpfohreule kommt in weiten Teilen der nördlichen Erdkugel vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Europa, Asien, Nord- und Südamerika. In Europa liegen die Hauptverbreitungsgebiete im Osten und Norden Europas sowie in England und auf Island. In Mitteleuropa kommt die Sumpfohreule nur noch punktuell vor. Auch als Durchzugs- oder Wintergast ist sie nur noch selten zu beobachten. Nennenswerte Populationsgrößen der Sumpfohreule sind nur noch in den Niederlanden, in Polen und Deutschland sowie in einigen osteuropäischen Ländern vorhanden. Im nordwestdeutschen Tiefland nördlich des Teutoburger Waldes ist die Sumpfohreule ein unregelmäßiger Brutvogel. Vereinzelt ist sie als Brutvogel in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Hessen und Bayern anzutreffen. Als Durchzugszügler und Wintergast aus dem Norden findet man sie jedoch in ganz Norddeutschland. Dort rastet sie tagsüber truppweise im Brachland, Rüben- und Kartoffeläckern.


Letzte Aktualisierung: 13.10.2017
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