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Löffler - auch Löffelreiher genannt


Schön, doch leider inzwischen selten.
Leider gibt es in Europa nur noch wenige Plätze wo man Löffler in freier Wildbahn noch fotografieren kann. In Mitteleuropa ist der Löffler ein seltener Brutvogel, und kommt nur an wenigen Stellen, an flache Binnen- und Küstengewässern und Sümpfen vor. In Europa existieren Brutvorkommen am Neusiedler See, in den Donauniederungen Rumäniens, Ungarns, Kroatiens und Mazedoniens, in den Niederlanden auf der Insel Texel, am Naardermeer und Ijsselmeer, sowie an der Mündung des Guadalquivir Südspaniens. Er brütet in Kolonien und baut das Nest im Röhricht von Sumpfgebieten, Uferzonen und deckungsreichen, buschbestandenen Bruchlandschaften auf umgebrochenem Schilf. Bei uns ist er ein seltener Nahrungsgast, der fast jedes Jahr in geringer Zahl in Niedersachsen nun auch in Schleswig-Holstein angetroffen wird.

Der hochbeinigen Löffler, auch Löffelreiher genannt, erreicht eine Länge von 85-86 cm. Die Beine sind schwarz, und er trägt ein weißes Gefieder mit einem zarten gelblichen Hauch und einen gelben Brustfleck. Der Kopf ist orangebräunlich getönt, mit einem Schopf am Hinterkopf, der aus langen Federn besteht, die er in der Erregung zu einer Fächerkrone abspreizt. Im Brutkleid hat er einen gelbbraunen Brustlatz sowie einen deutlichen Federschopf am Hinterkopf. Ihren Namen haben die Löffler dem charakteristisch geformten 8-23 cm langen Schnabel zu verdanken. Der Schnabel der löffelartig vorne verbreitet ist macht ihn unverwechselbar. Beim Jungtier ist er hell, während die Alttiere einen schwarzen Schnabel mit einer gelblichen Spitze haben. Zur Nahrungssuche, pendelt der Vogel mit seinem Kopf hin und her und filtert dabei seine Nahrung aus dem flachen Wasser raus. Kleine Wassertiere und Pflanzenteile bleiben dabei an den siebartigen Zähnchen hängen. Die Nahrung des Löfflers besteht im wesentlichem aus Fischen, Fröschen, Wasserinsekten, Molchen, Kaulquappen, Schnecken und Krebstieren. Auch Fische und Frösche werden auf diese Weise gefangen. Es ist schon erstaunlich für uns, dass er mit dieser Methode überhaupt Beute  fangen kann. Ein weiterer Höhepunkt in der Naturfotografie!

Im Flug ist der Hals des Löfflers gestreckt. Er brütet gesellig in Sümpfen, Brüchen und Auen. Die Nester werden meistens niedrig im Schilf angelegt. Beide Partner bauen das Nest auf umgebrochenem Schilf oder anderen Sumpfpflanzen. Manchmal wählt der Löffler jedoch auch Bäume oder gar Felsklippen für sein Nest aus. Die Bodennester bestehen aus Schilf, während die Baumnester aus Zweigen und Ästen zusammengefügt sind. Die jungen Löffler werden von beiden Eltern gefüttert. Nach 4 Wochen verlassen sie das Nest. An den nächstgelegenen Wasserflächen sammeln sich die Jungvögel, und werden dort noch weitere 4 Wochen lang gefüttert. Nach insgesamt 7-8 Wochen werden junge Löffler flügge und suchen die Nahrungsgründe der Kolonie auf. Im September verlassen die europäischen Löffler ihr Brutgebiet. Den Winter verbringen sie  am Mittelmeer und in Afrika. Die ersten Löffler lassen sich Ende Februar wieder sehen. Die meisten treffen aber erst im März bis Mai aus ihren afrikanisch-südasiatischen Winterquartieren in ihren Brutgebieten ein. Für uns als Naturfotografen ist das fotografieren von Löfflern einer der Höhepunkte in der Naturfotografie.



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Letzte Aktualisierung: 13.10.2017
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